4. HALLSTATTZEITLICHE GRABHÜGEL IM STEINBUCHER FORST (CA. 850 ‑ 500 V. CHR.)

 

Bestattungssitten haben im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht nur immer wieder zwischen Körper- und Brandbestattung gewechselt, sondern sich auch hinsichtlich des Grabbaus zwischen Flach- und Hügelgräbern gewandelt. Nach einigen Jahrhunderten, während deren man die Toten verbrannt und in sog. Urnenfeldern beigesetzt hatte, kam mit dem Beginn der Hallstattzeit ab ca. 750 v. Chr. der Brauch auf, die Toten unter großen Hügeln zu bestatten. Dieser Friedhof im Steinbucher Forst, ca. 8./5. Jh. v. Chr., besteht noch aus 32 Hügeln beidseits des Weges Wolfrain-Angersberg. Dabei wechseln sehr große mit ganz flachen Hügeln ab. Eine Systematik in der Anlage lässt sich nicht erkennen. Zwar sind bereits mehrere Grabhügel unsachgemäß geöffnet und auch ausgeplündert worden, doch liegen zu wenig gesicherte Funde vor, als dass man die Entstehungszeit und die Belegungsdauer der Nekropole genauer festlegen könnte. Ein Armreif aus Lignit beweist aber, dass der Bestattungsplatz auch noch nach 500 v. Chr. benützt wurde. Ein knapp 1 in hoher Eimer aus Bronzeblech, wohl aus Oberitalien, belegt Fernhandelsbeziehungen für jene Epoche. Von den Gefäßbeigaben ans Keramik sind nur wenige Scherben bislang geborgen worden, die keine Aussagen erlauben. Weitere Grabhügel befinden sich bei Brandstätt/Breitmoos, Ramsau/Gschwendt und Schellwies. Genauere Erläuterungen entnehmen Sie bitte der Informationstafel bei den Hügelgräbern.