8. BURGSTALL/WEIHERHAUS HOCHHAUS 12./13. JH. 
 

Der Begriff Burgstall bezeichnet den Ort, an dem früher eine Burg stand, die abgegangen ist. In der Regel sind nur noch Wall-Graben-Systeme sichtbar. Beim Burgstall im Hochhauser Wald handelt es sich um ein Weiherhaus, das wohl auf einer eiförmigen Insel inmitten eines kleinen Sees lag. Ein schmaler Landstreifen trennt den tiefen Spitzgraben mit einem verschliffenen Wall vom Seeufer. Auf einer kuppenförmigen Erhebung, die nach allen Seiten gleichmäßig abfällt, stand im hohen Mittelalter ein turmartiges Gebäude, bei dem das Erdgeschoss gemauert sein konnte, während die ein bis zwei Obergeschosse in Fachwerk- oder Blockbautechnik ausgeführt waren. Derartige Wohntürme mit nur kleinem Grundriss trugen den Namen "hohes Haus", woraus sich der spätere Name Hochhaus entwickelt hat. Ob bei dieser Anlage tatsächlich das Erdgeschoss zu Verteidigungszwecken gemauert war, ist unbekannt. An der Stelle des Hohen Hauses steht jetzt das kleine Wohnhaus vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Abbildungen hoher Häuser finden sich u.a. bei Albrecht Dürer und in Hessen haben sich einige Anlagen bis in unsere Zeit einhalten, so dass gewisse Rückschlüsse auf das Aussehen der Hochhauser Anlage möglich sind. Als Besitzer des Hohen Hauses ist das Geschlecht der Edlinger anzunehmen, die im 12./13. Jahrhundert Ministerialen der Grafen von Wasserburg waren, aber bereits 930 erstmals als Ortsadelige urkundlich erwähnt sind. Genauere Erläuterungen entnehmen Sie bitte der Informationstafel im Brandmeier Hölzl.